Rechtsextremistische Gruppe Wodans Erben Germanien tritt erneut in Nürnberg und München auf

Die Anhänger der Wodans Erben Germanien (WEG) gerieren sich als Bürgerwehr. Sie fallen immer wieder mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen in Bayern auf.

Am 9. Februar 2019 unternahmen 15 Aktivisten als vermeintliche „Streife“ einen Rundgang im Norden Münchens. Zwei Wochen später, am 23. Februar, posierten 18 Personen mit Fackeln auf der Tribüne des ehemaligen Reichsparteitagsgeländes in Nürnberg. Am 9. März trafen sich etwa ein Dutzend Aktivisten an einem Wotan-Denkmal in München-Bogenhausen.

Logo der WEG (Wodans Erben Germanien)

Neben den Akteuren der WEG beteiligten sich an dieser Aktion auch Personen, die in der Vergangenheit schon bei „Streifengängen“ im Rahmen der „Schutzzonen“-Kampagne der NPD in Nürnberg in Erscheinung getreten sind. Im Anschluss an die Aktionen wurden Fotos und Videos im Internet veröffentlicht. Die auf YouTube eingestellten Filmclips sind musikalisch u. a. mit allen drei Strophen des „Liedes der Deutschen“ untermalt.

Aus Sicht der Sicherheitsbehörden sind die jüngsten WEG-Aktionen ein typisches Beispiel rechtsextremistischer Inszenierung im Rahmen vermeintlicher Sicherheits- und Schutzkampagnen. Rechtsextremisten stellen sich dabei als vermeintliche Gewährleister von Schutz und Ordnung im öffentlichen Raum dar. Gleichzeitig wollen sie Präsenz zeigen, um nicht zuletzt auch Personen mit Migrationshintergrund und politische Gegner einzuschüchtern. Insbesondere die Aktion auf dem ehemaligen Nürnberger Reichsparteitagsgelände zeigt unverhohlene Sympathie für die nationalsozialistische Gewalt- und Willkürherrschaft.