Hand steckt LAN-Kabel in schwarzen Router
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Internet und Publikationen

Linksextremisten im Internet

Linksextremisten passen ihr Nutzungsverhalten den technischen Neuerungen im Internet an. Der Großteil der Aktivitäten verlagert sich in soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter, in denen auch eine Vielzahl von teilweise verschlüsselten Kommunikationsbeziehungen über Foren, Blogs und Chats existiert. Dabei können geschlossene Gruppen neue Mitglieder eingehend überprüfen. Die Teilnehmer fühlen sich verhältnismäßig sicher und kommunizieren weit „offener“ als in öffentlich zugänglichen und für jedermann einsehbaren Bereichen. 
Die Nutzer agieren häufig auf mehreren Kanälen gleichzeitig. 
Multimediale Anwendungen nehmen zu, dies gilt insbesondere für sog. „Apps“. Um sich während Großveranstaltungen flexibel und schnell auszutauschen, nutzen Linksextremisten über ihre mobilen Endgeräte u. a. Kurzmitteilungsdienste wie Twitter oder WhatsApp.
Eigens eingesetzte „Moderatoren“ steuern dabei die Demonstranten. Über animierte Landkartendienste halten sie die eigene Demonstrationsroute sowie gegebenenfalls auch die des politischen Gegners abrufbar.
Videoplattformen dienen der Verbreitung und dem Konsum von Propaganda. Dabei sind die meisten Nutzer jedoch nur passive Konsumenten. Sie stellen selbst keine Videos ein, verfolgen jedoch über Abonnements die für sie interessanten Kanäle. Häufig werden YouTube-Videos über Facebook-Profile verlinkt und dadurch weiterverbreitet. In sog. „Mobivideos“ (Mobilisierungs-Videos), vor allem auf YouTube, zeigen Linksextremisten erfolgreiche Aktionen und fordern mit szenetypischer Musik zum Mitmachen auf. Dabei wird auch die Anwendung von Gewalt propagiert.
Im Internet sorgen linksextremistische Gruppierungen auch für sog. Outings tatsächlicher oder vermeintlicher Rechtsextremisten, sowie von Personen, die z. B. als Wirte solchen Räumlichkeiten zur Verfügung stellen. Sie machen dazu teilweise umfangreiche Recherchen mit Bildmaterial und persönlichen Daten zugänglich. Vereinzelt ergänzen sie die Outings mit Aktionen im Arbeits- oder Wohnumfeld des Betroffenen, um diesen gesellschaftlich zu isolieren. 
Außerdem ist von einer Zunahme von Hacker-Angriffen auf Internetseiten des politischen Gegners auszugehen.

Verbot von linksunten.indymedia

Logo mit Schriftzug „linksunten.indymedia.org“

Der Bundesminister des Innern verbot am 14. August 2017 die Internetplattform „linksunten.indymedia“ nach dem Vereinsgesetz. „linksunten.indymedia“ war bis zum Verbot die führende Webseite der gewaltbereiten linksextremistischen Szene. Dort wurden Demonstrationen angekündigt und Bekennerschreiben zu linksextremistischen Straftaten veröffentlicht. Die Seite lief damit nach Zweck und Tätigkeit den Strafgesetzen zuwider und richtete sich gegen die verfassungsmäßige Ordnung. Die Kennzeichen des Vereins wurden ebenfalls verboten. In Bayern kam es im Zusammenhang mit dem Verbot nur zu verhaltenen Reaktionen. So veröffentlichte die „Organisierte Autonomie“ (OA) aus Nürnberg auf ihrer Internetseite eine Solidaritätserklärung.

Publikationen

Übersicht zu Publikationen und Zeitschriften in Bayern

Mit einer Vielzahl von Zeitschriften, Magazinen und sonstigen Publikationen versuchen linksextremistische Organisationen ihre Leser für Aktionen und Demonstrationen zu mobilisieren.

Cover eines Exemplars der Straßenzeitung „Fernweh“

FERNWEH – Anarchistische Straßenzeitung

Herausgeber: Personen der linksextremistischen autonomen Szene München

Turnus: unregelmäßig

Auflage: unbekannt

Verbreitung: Großraum München / abrufbar im Internet

Die Zeitung wurde erstmals im Jahr 2013 herausgegeben. Neben Beiträgen zu Themen bezüglich Anarchismus und Antifaschismus werden beispielsweise politisch motivierte Sachbeschädigungen und Straftaten befürwortet.

Cover eines Exemplars der „Sozialistischen HochschulZeitung“

Sozialistische HochschulZeitung

Herausgeber / Verantwortlicher: Sozialistische Gruppe (SG) Hochschulgruppe Erlangen-Nürnberg

Turnus: monatlich

Auflage: unbekannt

Verbreitung: Großraum Nürnberg / aktuell keine

Cover eines Exemplars der Interim

Interim

Herausgeber / Verantwortlicher: Interim e.V.

Turnus: alle zwei Wochen

Auflage: unbekannt

Verbreitung: bundesweit / aktuell keine

Die seit April/Mai 1988 konspirativ hergestellte Zeitung Interim ist bundesweit das bedeutendste Printmedium der autonomen Szene. Wechselnde Redaktionskollektive gestalten die Interim aus Texten, die von Gruppen aus dem gesamten Bundesgebiet zugesandt werden. Die Redaktion stellt diesen Texten meistens ein kommentierendes Vorwort voran. Regelmäßig werden Aktions- und Demonstrationsaufrufe, Selbstbezichtigungsschreiben zu militanten Aktionen und bisweilen auch Anleitung zu Straftaten (z.B. Bau von Brandsätzen und Hakenkrallen) veröffentlicht.

radikal

Herausgeber / Verantwortlicher:

Turnus: unregelmäßig

Auflage: bis zu 3.000

Verbreitung: bundesweit / aktuell keine mehr feststellbar

Die Zeitschrift "radikal" erschien im Juni 1976 erstmals in Berlin und seit dem in unregelmäßigen Abständen. Sie war in den 1980er und 90er Jahren das auflagenstärkste und vermutlich einflussreichste Blatt der Autonomen. Im Zeitraum 1984 bis 1997 wurden gegen die stets unbekannten Autoren der Zeitschrift 210 Ermittlungs- und Strafverfahren betrieben, u. a. wegen der Bildung einer terroristischen Vereinigung.

Logo der Direkten Aktion mit Schriftzug „Mehr als nur Zeitung“

Direkte Aktion (DA)

Herausgeber / Verantwortlicher: Freie Arbeiterinnen und Arbeiter Union - Internationale Arbeiter Assoziation (FAU/IAA)

Turnus: alle zwei Monate

Auflage: ca. 3.000

Verbreitung: bundesweit

Die DA erscheint seit 1977. Ihre Themenschwerpunkte sind u. a. „Anarchismus“, „Antifaschismus“ und „internationale Kämpfe gegen Ausbeutung und Unterdrückung“. Eigenen Angaben zufolge soll die Zeitung ein offenes Projekt für all diejenigen sein, die für eine selbstverwaltete Gesellschaft ohne Bosse, Staat, Parteien und Funktionäre eintreten.

Cover eines Exemplars der Zeitschrift „Gegenstandpunkt“

GEGENSTANDPUNKT

Herausgeber / Verantwortlicher: Gegenstandpunkt Verlagsgesellschaft mbH

Turnus: vierteljährlich

Auflage: unbekannt

Verbreitung: international

Funktionäre der „Marxistische Gruppe“ (MG) in München veröffentlichten 1992 die erste Ausgabe des „GEGENSTANDPUNKT“. Die vierteljährlich erscheinende Zeitschrift bildet seither das zentrale Publikationsorgan der revolutionär-kommunistischen Gruppierung. Der Name „Gegenstandpunkt“ etablierte sich auch als Gruppenbezeichnung.

Cover eines Exemplars der Zeitschrift „Rote Fahne“

Rote Fahne

Herausgeber / Verantwortlicher: Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands (MLPD)

Turnus: alle zwei Wochen

Auflage: ca. 7.500

Verbreitung: bundesweit

Die Rote Fahne ist das wichtigste Sprachrohr und Zentralorgan der Marxistisch-Leninistischen Partei Deutschlands (MLPD). Sie bezeichnet sich selbst als „Zeitung der kämpferischen Opposition und des echten Sozialismus.“ Die Publikation erscheint im Parteiverlag der MLPD „Neuer Weg“.

Cover eines Exemplars der Courage

Courage

Herausgeber / Verantwortlicher: Frauenverband Courage

Turnus: vierteljährlich

Auflage: unbekannt

Verbreitung: bundesweit

Der seit 1991 existierende Frauenverband Courage e. V., eine Nebenorganisation der Marxistisch-Leninistischen Partei Deutschlands (MLPD), ist Herausgeber der Zeitung „Courage“.

Cover eines Exemplars der Infoschrift SI Newsletter

SI NEWSLETTER

Herausgeber / Verantwortlicher: Bundesvertretung von Solidarität International (SI) e. V.

Turnus: vierteljährlich

Auflage: 1.400 (lt. Eigenangabe)

Verbreitung: bundesweit

Der Verein Solidarität Internationalität, 1996 von der Marxistisch-Leninistischen Partei Deutschlands (MLPD) gegründet, gibt vierteljährlich die Infoschrift SI NEWSLETTER heraus.

Cover eines Exemplars der Zeitschrift Rebell

REBELL

Herausgeber / Verantwortlicher: REBELL

Turnus: alle zwei Monate

Auflage: unbekannt

Verbreitung: bundesweit

REBELL ist die Zeitschrift des gleichnamigen Jugendverbandes der Marxistisch-Leninistischen Partei Deutschlands (MLPD). Sie erscheint im Parteiverlag der MLPD „Neuer Weg“ und richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene.

Cover eines Exemplars der Zeitung „junge Welt“

junge Welt (jW)

Herausgeber /

Verantwortlicher: Linke Presse Verlags-, Förderungs- und Beteiligungsgenossenschaft junge Welt e. G.

Turnus: täglich

Auflage: 156.000 Exemplare

Verbreitung: bundesweit

Die traditionskommunistische Tageszeitung „junge Welt“ wird vom Bundesamt für Verfassungsschutz als „das bedeutendste Printmedium der linksextremistischen Szene“ eingeschätzt. Sie propagiert die Errichtung einer sozialistischen Gesellschaft, wobei die politische und moralische Rechtfertigung der DDR und die Diffamierung der Bundesrepublik Deutschland eine Rolle spielen.

Cover eines Exemplars der Parteizeitung „Unsere Zeit“

Unsere Zeit (UZ)

Herausgeber / Verantwortlicher: Parteivorstand der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP)

Turnus: wöchentlich

Auflage: Eigenangabe auf Internetseite ca. 6000. Verbreitung: bundesweit

Die erste Ausgabe der DKP-Parteizeitung erschien am 03. April 1969, unmittelbar vor dem Gründungsparteitag der DKP in Essen am 12./13. April 1969. Neben der offiziellen Publikation des DKP-Bundesvorstands geben einige regionale Parteigliederungen der DKP eigene Mitteilungsblätter und Zeitschriften heraus, die teilweise auch im Rahmen von Verteilaktionen verbreitet werden.

Cover eines Exemplars der Marxistischen Blätter

Marxistische Blätter

Herausgeber / Verantwortlicher: Deutsche Kommunistische Partei (DKP)

Turnus: alle zwei Monate

Auflage: unbekannt

Verbreitung: bundesweit

Seit November 1963 erscheinen die Marxistischen Blätter. Herausgeber ist der „Neue Impulse Verlag“ in Essen, welcher auf Initiative der DKP gegründet worden ist.

Cover eines Exemplars des Rundbriefs

Rundbrief

Herausgeber / Verantwortlicher: Deutsche Kommunistische Partei KV München

Turnus: meistens monatlich

Auflage: unbekannt

Verbreitung: Großraum München / abrufbar im Internet

Der Rundbrief wird seit August 1990 vom Kreisvorstand München herausgegeben.

Cover eines Exemplars der Zeitung „Auf Draht“

Auf Draht

Herausgeber / Verantwortlicher: Deutsche Kommunistische Partei Betriebsaktiv München

Turnus: unregelmäßig, mehrmals im Jahr

Auflage: unbekannt

Verbreitung: Großraum München / abrufbar im Internet

Die Betriebsarbeiterzeitung „Auf Draht“ wird gemeinsam von der DKP Betriebsaktiv München und Kommunistische Arbeiterzeitung München (KAZ München) seit Mai 2002 herausgegeben.

POSITION

Herausgeber / Verantwortlicher: Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend (SDAJ)

Turnus: alle zwei Monate

Auflage: unbekannt

Verbreitung: bundesweit

Das Magazin POSITION wird vom „Verein zur Förderung der Position“ herausgegeben, deren Sitz sich in der Bundeszentrale der SDAJ in Essen befindet.

Cover eines Exemplars der Zeitung „Kontra“

KONTRA!

Herausgeber / Verantwortlicher: Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend LV Bayern

Turnus: unregelmäßig

Auflage: unbekannt

Verbreitung: bayernweit / aktuell keine

Die Zeitung KONTRA! wird seit 2004 herausgegeben. Sie ist die Jugendzeitung der SDAJ.

Cover eines Exemplars der Zeitung „Solidarität“

Solidarität – Sozialistische Zeitung

Herausgeber / Verantwortlicher: Sozialistische Alternative (SAV)

Turnus: monatlich

Auflage: unbekannt

Verbreitung: bundesweit

Die trotzkistisch orientierte SAV gibt seit 1973 eine Monatszeitung heraus. Seit April 2002 erscheint die Publikation unter dem Namen „Solidarität – Sozialistische Zeitung“.