Situation in der Oberpfalz

Parteien

Zum Parteienspektrum in Bayern zählen insgesamt 500 Mitglieder, sowie Fördermitglieder der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands (NPD). Von den Mitgliedern sind 35 dem Regierungsbezirk Oberpfalz zuzurechnen.

Der neonazistischen Partei Der Dritte Weg (III. Weg) werden 25 Mitglieder und Sympathisanten zugeordnet.

Die im Jahr 2012 gegründete neonazistische Partei DIE RECHTE verfügt in der Oberpfalz über keine Parteistruktur und ist dort nicht aktiv.

Der bayerische Landesverband der Jungen Alternative (JA) und die Gruppierung „Der Flügel“ waren bisher keine Beobachtungsobjekte des BayLfV. Auf Grundlage der Erkenntnisse des BfV bearbeitet das BayLfV die Junge Alternative (JA) und die Gruppierung „Der Flügel“ (Flügel) nun seit Mitte Januar 2019 als Beobachtungsobjekte. Gegenwärtig werden der JA und dem „Flügel“ in Bayern Personenpotenziale jeweils im unteren dreistelligen Bereich zugerechnet. Einzelne Personen in Bayern mit Bezug zur JA beziehungsweise zum „Flügel“ waren bereits in der Vergangenheit durch Verbindungen in die rechtsextremistische, die verfassungsschutzrelevante islamfeindliche und die Reichsbürger-Szene aufgefallen.

Das BayLfV beobachtet darüber hinaus weiterhin einzelne, nicht der JA oder dem „Flügel“ zurechenbare Personen innerhalb der AfD aufgrund von deren Bezügen in die rechtsextremistische, die verfassungsschutzrelevante islamfeindliche und die Reichsbürger-Szene.

Parteiungebundene Strukturen

In diese Kategorie fallen alle Gruppen und Organisationen, welche einen gewissen Bindungs- und Organisationsgrad erkennen lassen. Hierunter zählen organisierte neonazistische Gruppierungen, kommunale Wählervereinigungen, Verlage und Vertriebsdienste, Bürgerinitiativen, Vereine, kameradschaftsähnliche Stammtischrunden und Gesprächszirkel. Vor allem finden sich hier organisierte Neonazis und die „Identitäre Bewegung“ (IB). Es ist von einem Personenkreis von 60 Personen in der Oberpfalz auszugehen.

Unstrukturiertes Personenpotenzial

Dem weitgehend unstrukturierten rechtsextremistischen Spektrum sind in der Oberpfalz ca. 150 Personen zuzurechnen. Hierbei handelt es sich um organisationsungebundene subkulturell geprägte Rechtsextremisten (Skinheads), rechtsextremistische Einzelpersonen und Internetaktivisten.

Logo der Partei NPD

Die NPD wird durch den Verfassungsschutzverbund seit Jahren als rechtsextremistisch bewertet. Das Bundesverfassungsgericht bestätigte die Verfolgung von verfassungsfeindlichen Zielen der NPD mit Urteil vom 17. Januar 2017, entschied aber: „Kein Verbot der NPD wegen fehlender Anhaltspunkte für eine erfolgreiche Durchsetzung ihrer verfassungsfeindlichen Ziele.“

Die NPD erreichte bei der Bundestagwahl 2017 ein Wahlergebnis von 0,4 Prozent. Zur Landtagswahl in Bayern am 14. Oktober 2018 trat die Partei aufgrund ihrer derzeitigen Schwächephase nicht an. Dennoch verfügt die NPD in Bayern seit Jahren über verfestigte Strukturen, aus denen heraus jedoch nur in seltenen Fällen öffentlichkeitswirksame Aktionen entwickelt werden. Derzeit versucht die Partei die Asyl- und Zuwanderungsdebatte für Ihre Zwecke zu nutzen und mit dem „Schutzzonenprojekt“ ihre Wahrnehmbarkeit in der Öffentlichkeit zu intensivieren.  

Bezirksverband Oberpfalz

Seit dem 22. Juli 2012 ist Heidrich Klenhart Vorsitzender des Bezirksverbandes (BV). Folgende Kreisverbände (KV) sind dem BV angegliedert:

  • Neumarkt i.d.OPf. / Amberg
  • Weiden / OPf.-Tirschenreuth
  • Regensburg
  • Cham / Schwandorf

Sowohl der BV als auch die meisten KV verfügen über eigene Homepages. Die Internetseiten präsentieren sich mit einer einheitlichen Struktur und enthalten Mitteilungen, Veranstaltungshinweise und Selbstdarstellungen der jeweiligen KV. Die Internetseiten werden in unregelmäßigen Abständen aktualisiert. Der KV Neumarkt i.d.OPf. / Amberg verfügt zudem über einen eigenen Facebook-Account.

Kreisverband Neumarkt i.d.OPf. / Amberg

Vorsitzender des KV, der regelmäßig parteiinterne Veranstaltungen durchführt, ist der NPD-Bezirksvorsitzende Heidrich Klenhart. Der KV tritt nur selten mit Aktionen an die Öffentlichkeit.

Kreisverband Weiden / OPf.-Tirschenreuth

Patrick Schröder führt den KV und bekleidet darüber hinaus noch das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden des BV Oberpfalz. Der KV selbst tritt in der Öffentlichkeit nicht in Erscheinung.

Kreisverband Regensburg

Der KV tritt mit Veranstaltungen / Aktionen nicht an die Öffentlichkeit.

Kreisverband Cham / Schwandorf

Seit Dezember 2011 konnten keine öffentlichkeitswirksamen Aktionen mehr festgestellt werden.

Logo der Partei Der Dritte Weg

Am 21. Juni 2014 gründeten Szene-Aktivisten aus Niederbayern und der Oberpfalz im Rahmen einer Sonnwendfeier in der Region Furth im Wald, Lkr. Cham, den Stützpunkt Ostbayern der Partei III. Weg. Walter Strohmeier ist der Leiter des Stützpunktes Ostbayern.

Die Partei III. Weg ist die derzeit aktivste rechtsextremistische Organisation in der Oberpfalz. Die regionalen Aktionsschwerpunkte in der Oberpfalz befinden sich im Raum Regensburg, Cham und Furth i. Wald. Vor allem in diesen Regionen führen Parteimitglieder des Stützpunktes Ostbayern Flugblatt-Verteilungen und Kundgebungen durch. Am 27. Oktober 2018 fand in Furth im Wald eine Kundgebung der Partei III. Weg zum Thema „Freiheit, Heimat, Tradition – Infos zur Parteiarbeit vom III. Weg!“ statt, an der bis zu 20 Personen teilnahmen. Zeitgleich beteiligten sich etwa 300 Personen an einer Protestveranstaltung.

Die Partei III. Weg beschäftigt sich vorranging mit den Themen Asyl und Zuwanderung und thematisierte in diesem Zusammenhang auf ihrer Internetseite auch die gewaltsamen Übergriffe von mehreren Asylbewerbern auf Passanten in Amberg am 29. Dezember 2018. Zudem führten Aktivisten der Partei am 11. Januar 2019 in Amberg eine Flyerverteilung zum Thema „Ausländergewalt stoppen!“ durch. Über diese Flyerverteilung berichtete die Partei III. Weg am 13. Januar 2019 auf der parteieigenen Internetseite unter dem Titel „Nach Flüchtlingsgewaltorgie in Amberg – Flugblattaktion durch Aktivisten aus Ostbayern“. Auf diese Weise versucht der III. Weg, tatsächliche oder vermeintliche Straftaten von Asylbewerbern und Flüchtlingen zu nutzen, um Ängste in der Bevölkerung zu schüren. Ziel ist es, das Vertrauen der Bevölkerung in den demokratischen Rechtsstaat zu untergraben und sich selbst als einzige politische Kraft darzustellen, die die Sorgen und Ängste der deutschen Bevölkerung ernst nimmt.  

Neben der Durchführung von öffentlichkeitswirksamen rechtsextremistischen Propagandaaktionen finden sich die Mitglieder des Stützpunktes Ostbayern und ihre Familien regelmäßig zu Freizeitaktivitäten zusammen. Gemeinsame Ausflüge und Wanderungen, wie z.B. das Ostara-Fest am 24. März 2019 im Landkreis Cham, sollen das Kameradschafts- und Gemeinschaftsgefühl innerhalb der Partei III. Weg stärken.
Die Bezeichnung „Ostara“ ist angelehnt an eine angeblich gleichnamige germanische Gottheit und eine vermeintlich nach ihr benannte keltische Frühlingstradition. Der III. Weg versucht mit derartigen Unternehmungen auch, eine vorgeblich vorchristliche Erinnerungskultur zu pflegen. Die hierbei vermittelten historischen Motive sind jedoch größtenteils mystisch verklärt und durch Überhöhung des Germanentums geprägt.

Die Partei III. Weg tritt am 26. Mai 2019 zur Europawahl an und führt aus diesem Grund auch in Ostbayern Wahlkampfveranstaltungen durch. In Form von Infoständen, Lautsprecherfahrten und Kundgebungen, wie bspw. am 20. April 2019 in Cham und Furth im Wald betreibt der III. Weg Wahlwerbung.

Jeder Stützpunkt der Partei III. Weg ist mit der Parteiseite verlinkt. Eigene Homepages sind nicht vorhanden.

Die Partei III. Weg veranstaltete "Trauermarsch" in Fulda

Am 16. Februar 2019 organisierte die rechtsextremistische Partei III. Weg unter dem Motto „Ein Licht für Dresden“ einen öffentlichen „Trauermarsch“ in Fulda, um an die „Toten des alliierten Bombenholocaust“ zu erinnern. Unter den etwa 130 Teilnehmern aus dem gesamten Bundesgebiet befanden sich auch Personen aus Bayern, wie z. B. Walter Strohmeier, der Leiter des Stützpunktes Ostbayern der Partei III. Weg, und dessen Stellvertreter, Matthias Bauerfeind. Gegen die Veranstaltung der Partei demonstrierten über 1.000 Personen in Fulda.

"Schutzzonen-Streife" der NPD in Amberg

Die NPD Nürnberg veröffentlichte am 7. Januar 2019 auf YouTube ein Video über einen Rundgang von Aktivisten in Amberg, welcher als „erste Schutzzonen-Streife“ in Amberg bezeichnet wird. Hintergrund waren die gewaltsamen Übergriffe von Asylbewerbern auf Passanten am 29. Dezember 2018 in Amberg.
Das Schutzzonenprojekt der NPD wurde erstmals auf der Regionalkonferenz in Mittelfranken der Partei am 5. Mai 2018 vorgestellt. Ausgehend von der Behauptung, es bestehe aufgrund der Asyl- und Flüchtlingsthematik in Deutschland eine Notwehrsituation, rief die Partei dazu auf, selbst für die Sicherheit aktiv zu werden. Die „Schutzzonen“-Kampagne weist deutliche Parallelen zum rechtsextremistischen Konzept der „Nationalbefreiten Zone“ auf. Letzteres zielt darauf ab, öffentliche „Freiräume“ zu schaffen, die dem Zugriff des demokratischen Rechtsstaates entzogen sind und in denen Rechtsextremisten originär staatliche Ordnungs- und Schutzfunktionen für sich beanspruchen.

Demonstration der Partei III. Weg zum "Heldengedenken" in Wunsiedel

Am 17. November 2018 veranstaltete die Partei III. Weg unter dem Motto „Tot sind nur jene, die vergessen werden!“ ihre jährlich wiederkehrende Demonstration zum „Heldengedenken“ in Wunsiedel. Viele der ca. 200 Teilnehmer zeigten ihre Parteizugehörigkeit durch Tragen von Jacken mit Emblemen, Fahnen oder Transparenten. Die Aktivisten Matthias Fischer (stellvertr. Parteivorsitzender, Gebietsverbandsleiter Mitte) und Walter Strohmeier (Gebietsverbandsleiter Süd, Stützpunktleiter Ostbayern) sowie Julian Bender (Gebietsverbandsleiter West) beteiligten sich mit Redebeiträgen an der Veranstaltung.
Indem die rechtsextremistische Szene den vom Nationalsozialismus geprägten Begriff des Heldengedenkens zum Volkstrauertag aufgreift, verdeutlicht sie ihre positive Bezugnahme auf das Dritte Reich. So wird von Seiten der Rechtsextremisten während der von ihnen durchgeführten „Heldengedenken“ ausschließlich der gefallenen deutschen Soldaten gedacht. Dieses Gedenken schließt in der Regel die Angehörigen der Waffen-SS ausdrücklich mit ein.

Jasmin Eisenhardt

Die Oberpfälzerin Jasmin Eisenhardt gehört seit 2015 dem Parteistützpunkt Ostbayern der Partei III. Weg an. Am 28. Juli 2018 gab sie während einer Rednerveranstaltung der Partei III. Weg in Furth im Wald offiziell ihre Kandidatur für die Europawahl 2019 bekannt. Jasmin Eisenhardt ist eine von zehn Mitgliedern der Partei III. Weg, die zur Europawahl 2019 antreten.

Heidrich Klenhart

Heidrich Klenhart ist seit Juli 2012 Vorsitzender des NPD-Bezirksverbandes Oberpfalz, in dem er bereits seit dem Jahr 2003 als Beisitzer tätig war. Darüber hinaus ist er seit Ende 2000 Beisitzer im Vorstand des bayerischen NPD-Landesverbandes und seit 2002 Vorsitzender des NPD-Kreisverbandes Neumarkt i.d.OPf. / Amberg. Klenhart gilt als treibende Kraft innerhalb der NPD-Strukturen in der Oberpfalz.
Öffentlichkeitswirksame Aktionen der NPD in der Oberpfalz werden fast ausnahmslos von Klenhart initiiert.

Patrick Schröder

Patrick Schröder ist seit dem Jahr 2000 als Angehöriger des rechtsextremistischen Spektrums bekannt. Laut eines Beitrags in der NPD-Parteizeitung Deutsche Stimme aus Juni 2011 ist er nach eigenen Angaben seit 1999 im nationalen Lager aktiv. Im Jahr 2005 trat er als Aktivist der ehemaligen neonazistischen Kameradschaft Weiße Wölfe Roding an die Öffentlichkeit. Darüber hinaus wurde Schröder im Jahr 2005 zum Vorsitzenden des NPD-Kreisverbandes Weiden / OPf.-Tirschenreuth und zum stellvertretenden Vorsitzenden des NPD-Bezirksverbandes Oberpfalz gewählt. Die Funktion als Vorsitzender des NPD-Kreisverbandes Weiden / OPf.-Tirschenreuth bekleidet Schröder noch heute. Im Januar 2013 wurde er erneut als stellvertretender Vorsitzender des NPD-Bezirksverbandes Oberpfalz gewählt. Patrick Schröder nahm an einer Vielzahl von Veranstaltungen der NPD teil, in unregelmäßigen Abständen trat er auch als Redner und Leiter von Versammlungen auf.

Im Bundeswahlkampf 2017 unterstützte Schröder die NPD als Betreiber des rechtsextremistischen Internetradios FSN (Frei-Sozial-National) durch entsprechende Einträge auf der Facebookseite des Internetradios. So wurde am 7. September 2017 ein Bild eingestellt, auf dem unter anderem ein Stimmzettel mit einem Kreuz bei der NPD zu sehen ist. Der ergänzende Text hierzu lautet: „Uns unbekannte Wähler haben sich heute bereits zur Stimmabgabe per Briefwahl entschieden...“ Einem Internetbeitrag vom 10. September zufolge soll sich das „FSN-Team“ beim Aufstellen/Anbringen von NPD-Wahlplakaten in der Öffentlichkeit beteiligt haben.

Zudem betätigt er sich bundesweit als Redner auf politischen Kundgebungen rechtsextremistischer bzw. rechtsorientierter Gruppierungen, wie verschiedenen PEGIDA-Ablegern (z.B. SÜGIDA = Südthüringen gegen die Islamisierung des Abendlandes). Insbesondere in Südthüringen unterhält er Kontakte zu maßgeblichen Aktivisten der rechtsextremistischen Szene.

Patrick Schröder beschäftigt sich in den letzten Jahren vor allem auch mit der Organisation und Durchführung von Rechtsrock-Konzerten außerhalb Bayerns, wie z. B. in Themar/Thüringen, mit mehreren tausend Teilnehmern. Das strikte Vorgehen der bayerischen Sicherheitsbehörden führt dazu, dass viele Musikveranstaltungen nicht mehr in Bayern, sondern in benachbarten Bundesländern durchgeführt werden.

Walter Strohmeier

Walter Strohmeier wohnt in Niederbayern und ist Leiter des am 21. Juni 2014 gegründeten Parteistützpunktes Ostbayern der Partei III. Weg. Bis 2010 war Strohmeier informeller Führer der neonazistischen Kameradschaft Freie Nationalisten Bayerischer Wald (FNBW) und zugleich beim inzwischen aufgelösten regionalen Kameradschaftsnetzwerk Nationales Bündnis Niederbayern (NBN) tätig. Die FNBW war bis zu ihrer Auflösung im Jahr 2012 eine der aktivsten rechtsextremistischen Personenzusammenschlüsse in Niederbayern.

Walter Strohmeier, der seit 4. August 2018 auch Leiter des Gebietsverbandes Süd ist, zählt neben Matthias Bauerfeind (stellvertretender Leiter des Gebietsverbandes Süd) und Kai Zimmermann (Stützpunkt Nürnberg / Fürth) aktuell zu den Hauptprotagonisten der Partei III. Weg in Bayern.

Strohmeier wurde am 10. März 2017 wegen Körperverletzung und Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen zu einer Haftstrafe, ausgesetzt zur Bewährung, verurteilt. Er hatte am 15. Mai 2016 auf dem Pfingstvolksfest in Bad Kötzting eine Besucherin verletzt und bei der anschließenden Festnahme „Sieg Heil“ gerufen.

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Logo BiSAO

Um auf kommunaler Ebene unter klarer Distanzierung zur NPD mehr politischen Einfluss zu gewinnen, gründeten Angehörige der Neonaziszene am 20. Mai 2012 in Schwandorf die Bürgerinitiative Soziale Alternative Oberpfalz e. V. (BiSAO e. V.). Die BiSAO e. V. trat seit Anfang 2014 nicht mehr mit Aktionen an die Öffentlichkeit. Sie entfaltet ausschließlich virtuelle Aktivitäten auf Facebook. Dort werden Inhalte - beispielsweise Nachrichten oder Videos - anderer Seiten, insbesondere von der Homepage der Partei III. Weg, weiterverbreitet.

Logo der Kameradschaft Altmühltal (KSA)

Die KSA besteht aus etwa 20 Aktivisten. In ihrer Anfangszeit 2003 bis 2005 war die Gruppierung der rechtsextremistischen Skinhead-Szene zuzurechnen. Im Mittelpunkt der Aktivitäten standen zunächst Partys, Skinhead-Musik und Provokation, bevor in den letzten Jahren eine zunehmende Politisierung stattfand, die auch durch Beteiligungen an rechtsextremistischen Versammlungen sichtbar wurde.

Seit 2017 tritt die KSA wieder vermehrt in Erscheinung. Der Wirkungskreis der Kameradschaft liegt im Raum Neumarkt i.d.OPf. Einzelne Aktivisten pflegen Kontakte zur NPD und treten bei Kundgebungen und Demonstrationen als Unterstützer der Partei III. Weg auf. So beteiligte sich die KSA am 17. November 2018 an der Demonstration der Partei III. Weg zum „Heldengedenken“ in Wunsiedel.

Der Vorsitzende des NPD-Kreisverbandes Weiden / OPf.-Tirschenreuth, Patrick Schröder, ist Inhaber bzw. Geschäftsführer der rechtsextremistischen Online-Versandhandel FSN-Shop, Ansgar Aryan und Patriotic Store.
Rechtsextremistische Versandhandel kommerzialisieren die subkulturell geprägte rechtsextremistische Szene. Die Angebotspalette umfasst Textilien, Fahnen und szenetypische Devotionalien. Dabei verfolgen die Betreiber der Versandhandel insbesondere wirtschaftliche Interessen, manche unterstützen mit ihren Einnahmen auch die Szene.

Der Vorsitzende des NPD-Kreisverbandes Weiden / OPf.-Tirschenreuth, Patrick Schröder, betreibt seit 2007 – mit Unterbrechungen - das rechtsextremistische Internetradio „Radio FSN“ (Frei-Sozial-National) und seit August 2012 auch das Internet-TV „FSN-TV“, das Schröder Anfang 2017 in „FSN – The Revolution“ umbenannte.
Über die Domain von „Radio FSN“ können ganztägig Musikstreams abgerufen werden.

Schröder stellte im März 2016 den Betrieb von Radio FSN vorübergehend ein, nachdem ihn das Amtsgericht Vohenstrauß am 7. April 2015 zu einer Geldbuße wegen der Ausstrahlung jugendgefährdender Lieder verurteilt hatte. Das Bußgeldverfahren ging von der Bayerischen Landeszentrale für Neue Medien (BLM) aus. Über die Domain von Radio FSN konnten Musikstreams mit Titel abgerufen werden, die geeignet sind, die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit zu beeinträchtigen. Das zuständige Oberlandesgericht hat die eingelegte Rechtsbeschwerde 2016 verworfen. Ende September 2016 reaktivierte Schröder das Internetradio unter Hinweis auf einen Jugendschutzfilter. Patrick Schröder, der mit einem Co-Moderator auftritt, erreicht mit seinen Sendungen ein überregionales Szenepublikum.

Die BLM untersagte Schröder, ab 21. September 2014 das audiovisuelle Medienangebot FSN-TV oder ein anderes journalistisch-redaktionell gestaltetes audiovisuelles Angebot über Internet oder andere Übertragungskapazitäten für mehr als 500 zeitgleich mögliche Nutzer zu veranstalten und linear, d. h. live oder zu einem bestimmten Sendezeitpunkt, zu verbreiten. Die von Schröder dagegen erhobene Klage wurde vom Verwaltungsgericht Regensburg am 17. November 2016 abgewiesen.

Seit der Untersagungsverfügung der BLM bietet Schröder – mit Unterbrechung – aufgezeichnete FSN-TV Sendungen als Podcasts an. Um weiterhin Live-Sendungen ausstrahlen zu können, weicht Schröder auf andere audiovisuelle Internetformate wie das Live-Stream Portal YouNow oder YouTube aus, die nicht der Aufsicht durch die BLM unterliegen.

Logo IB Bayern

Die IB Bayern umfasst Ortsgruppen der Regierungsbezirke Oberbayern, Niederbayern und Oberpfalz. Zur Gründung neuer Ortsgruppen wurden seit dem ersten Halbjahr 2016 sogenannte „Gründungsstammtische“ veranstaltet.
Die IB Bayern gründete Mitte des Jahres 2016 im Regierungsbezirk Oberpfalz eine Ortsgruppe in Regensburg.

Angehörige der bayerischen Gruppen pflegen Kontakte zur IB im gesamten Bundesgebiet und traten wiederholt in Videos auf, welche auf einem YouTube Kanal der IB eingestellt wurden. Aktivisten haben Verbindungen zur Aktivitas der Münchner Burschenschaft Danubia und zur IB in Österreich. In Regensburg existiert ein kleinerer Aktivistenkreis, der gelegentlich Flugblattverteilungen durchführt oder Banner an ausgewählten öffentlichen Plätzen anbringt.

Seit etwa Mitte 2018 hat die IB Bayern in der Oberpfalz keine öffentlichkeitswirksamen Aktionen mehr durchgeführt.

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In der Oberpfalz existieren kleinere rechtsextremistische Skinhead-Gruppen bzw. -Szenen in den Regionen Regensburg, Cham / Roding / Bad Kötzting, Amberg / Schwandorf und Weiden.

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In Regensburg gründete sich 2005 die autonome Gruppe anita f.

In ihrem Selbstverständnis verortet sie sich ideologisch im Kommunismus und bringt zum Ausdruck, dass sie jegliche staatlichen Strukturen ablehnt:

„Als undogmatische kommunistische Gruppe streben wir eine herrschaftsfreie, klassenlose und selbstbestimmte Gesellschaftsordnung an.“

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Das Bayerische Landesamt für Verfassungsschutz beobachtet die Reichsbürger- und Selbstverwalterszene als sicherheitsgefährdende Bestrebung. In Bayern werden der Szene derzeit etwa 4.200 Personen (Stand: 31. März 2019) zugerechnet.

In kleinen Teilen der Szene finden sich auch ideologische Überschneidungen mit dem Rechtsextremismus; insbesondere dort, wo sich Versatzstücke nationalsozialistischer und revisionistischer Denkmuster wiederfinden.

Zur Reichsbürgerbewegung in Bayern zählen folgende Gruppierungen: Volksstaat Bayern (ehem. Bundesstaat Bayern), Amt Deutscher Heimatbund, Verfassunggebende Versammlung.

Bei der Auswertung regionaler Schwerpunkte von Reichsbürgern und Selbstverwaltern in Bayern zeigten sich für die Regierungsbezirke Mittelfranken, Oberfranken, Schwaben und Oberbayern leicht überdurchschnittliche Reichsbürgeranteile, in den anderen drei Regierungsbezirken leicht unterdurchschnittliche Reichsbürgerzahlen im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung.

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