Gefahrenpotential

Die Ideologie von Reichsbürgern und Selbstverwaltern ist insgesamt geeignet, Personen in ein geschlossenes verschwörungstheoretisches Weltbild zu verstricken, in dem aus Staatsverdrossenheit Staatshass werden kann. Dies kann die Grundlage für Radikalisierungsprozesse sein bis hin zur Gewaltanwendung. Szeneangehörige begehen immer wieder Straftaten.

Dabei kommt es in Einzelfällen auch zu Gewalttaten. Diese richten sich in der Regel gegen staatliche Maßnahmen bzw. gegen Vertreter des Staates. Der deutschlandweit bislang schwerwiegendste Vorfall war in Bayern zu verzeichnen. Im Oktober 2016 schoss ein 49-Jähriger im mittelfränkischen Georgensgmünd auf Polizisten und verletzte vier Beamte; einer erlag wenig später seiner schweren Verwundung. Mit Blick auf das Gefahrenpotential der Szene ist bei Einzelpersonen nicht auszuschließen, dass die Bereitschaft besteht, die eigene Ideologie auch unter billigender Inkaufnahme von Gewaltanwendung – ggf. auch mit Waffeneinsatz – zu verteidigen.