Kampfsport

In jüngerer Vergangenheit machen in Deutschland Rechtsextremisten durch eigene Kampfsportveranstaltungen auf sich aufmerksam. So wurde im April 2018 im Rahmen des „Schild und Schwert“-Festivals im sächsischen Ostritz eine Kampfsportveranstaltung der rechtsextremistischen Gruppierung „Kampf der Nibelungen“ durchgeführt. Anfang Juni 2018 führte die Gruppierung TIWAZ eine Veranstaltung mit rechtsextremistischen Kämpfern in der Nähe von Chemnitz durch. Die Popularität von Kampfsportarten und des damit verbundenen Lebensstils nimmt in der rechtsextremistischen Szene zu. So werden Fotos und Statements veröffentlicht, die Disziplin, Sportlichkeit und eine gesunde Lebensführung preisen. Außerdem sollen Werte wie Kampfgeist, Ehrhaftigkeit, Mut, Loyalität und Treue vermittelt werden.

In einem Beitrag der Partei Der Dritte Weg (III. Weg) heißt es zum Nutzen einer Kampfsportart:

„Für mich als nationalen Aktivisten, der seine Weltanschauung selbst im Alltag mehr oder weniger offen zum Ausdruck bringt und sich deshalb stets einer feindlich gesinnten Umwelt und einer steigenden Zahl von Feinden gegenüber ausgesetzt sehen muss, ist diese Kampsportart somit das ideale Betätigungsfeld, um in etwaigen kritischen Situationen für eine handfeste Auseinandersetzung gewappnet zu sein!“

Der III. Weg gründete die Arbeitsgruppe „Körper und Geist“. Sie soll vor allem der körperlichen Ertüchtigung der Parteimitglieder dienen sowie deren Aktivitäten vereinen und koordinieren. Der Fokus der Arbeitsgruppe liegt deutlich auf dem Kampfsportbereich. Es wurden mehrere Kampf- und Selbstverteidigungskurse angeboten. Im Juli 2018 fand ein Selbstverteidigungskurs in Oberfranken statt. Ein weiteres Training wurde im Rahmen eines Schulungswochenendes des Gebietsverbandes Süd am 8. und 9. September 2018 durchgeführt. Drei Parteimitglieder nahmen an der rechtsextremistischen Kampfsportveranstaltung „Kampf der freien Männer“ am 9. Juni 2018 in der Nähe von Chemnitz teil. Der Leiter des Stützpunktes Nürnberg-Fürth und frühere Vorsitzende des Gebietsverbandes Süd des III. Weg, Kai Zimmermann, nahm am 13. Oktober 2018 an einem rechtsextremistischen Kampfsportturnier im sächsischen Ostritz teil, an dem sich Kampfsportler aus mehreren europäischen Ländern beteiligten.