Braunes Greenwashing – Rechtsextremisten des Dritten Wegs gerieren sich als Naturschützer

Aktivisten der neonazistischen Kleinpartei Der Dritte Weg stellten im Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm selbstgebaute Nisthilfen für Insekten auf. Sie versuchen damit, sich ein ökologisches Image zu geben und an die aktuelle Klima- und Umweltschutzdebatte anzuknüpfen.

Logo der Partei Der Dritte Weg

Ende Juni berichtete Der Dritte Weg (III. Weg) auf seiner Website, dass Aktivisten des Stützpunktes München/Oberbayern in der Umgebung des Manchinger Flughafens mehrere selbstgebaute „Insektenhotels“ aufgestellt hätten. Die Standorte der Insekten-Nisthilfen seien bewusst dort gewählt worden, da Grundwasser und Boden durch in der Vergangenheit eingesetzten PFC-haltigen Löschschaum der Flughafenfeuerwehr „auf Jahre verseucht“ seien. Der III. Weg wolle mit seiner Aktion „der natürlichen Vielfalt in diesem Gebiet etwas zur Hilfe kommen“.

Der III. Weg stellt in seiner Berichterstattung die Aktion in einen politischen und ideologischen Zusammenhang. Aktivisten der Partei würden sich tagtäglich für „nachhaltige und naturverbundene“ Veränderungen einsetzen, während das „kapitalistische Weltbild“ Mensch und Natur schädigen würde. In seinem Grundsatzprogramm nennt der III. Weg als ein Ziel der Partei

„die Schaffung bzw. Wiederherstellung einer lebenswerten Umwelt, die Erhaltung und Entwicklung der biologischen Substanz des Volkes und die Förderung der Umwelt.“

Umweltschutz wird lediglich als Mittel zum Erhalt des völkisch-nationalistisch definierten deutschen Volkes gesehen. Unter dem Slogan „Umweltschutz ist Heimatschutz“ haben Parteiaktivisten in der Vergangenheit immer wieder Aktionen durchgeführt, welche die ökologischen Bestrebungen der Partei dokumentieren sollten. So gab es z. B. einzelne Putz- und Aufräumaktionen auf öffentlichen Wegen und Grünflächen. Die Rechtsextremisten versuchten so, sich als vermeintlich gemeinnützige Umwelthelfer in Szene zu setzen.

Aus Sicht der Sicherheitsbehörden ist die jüngste Aktion des III. Wegs ein typisches Beispiel für Agitation von Rechtsextremisten im Aktionsfeld Naturschutz. Die Partei betreibt Greenwashing; sie versucht sich durch öffentlichkeitswirksame Aktionen ohne viel Substanz einen „grünen“ Anstrich zu geben und sich als besonders umweltfreundlich darzustellen. So möchte der III. Weg im Kontext der gegenwärtigen Klima- und Umweltschutzdebatte in Politik und Gesellschaft für weitere Bevölkerungsteile als bisher anschlussfähig werden.