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Rechtsextremismus

Rechtsextremisten eint ein starkes ideologisches Band der Ausgrenzung: Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Antisemitismus sind zentrale Aspekte rechtsextremistischer Weltanschauung.

Kurz erklärt

Was ist Rechtsextremismus?

Kennzeichnend für alle rechtsextremistischen Strömungen ist eine Ideologie der Ungleichwertigkeit der Menschen.

Der Rechtsextremismus geht davon aus, dass die Zugehörigkeit zu einer „Ethnie“, „Nation“ oder „Rasse“ den Wert eines Menschen und auch seine Rechte bestimmt. Das rechtsextremistische Gesellschaftsideal ist eine ethnisch-kulturell oder ethnisch-biologistisch begründete homogene „Volksgemeinschaft“. Diese Konzeption steht im fundamentalen Widerspruch zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung des Grundgesetzes. Die Gleichheit der Menschen vor dem Gesetz, das Demokratieprinzip, Meinungs- und Glaubensfreiheit und andere fundamentale Grundrechte werden von Rechtsextremisten mal mehr, mal weniger offen ab gelehnt. In der Folge prägen Rassismus, Antisemitismus, Geschichtsrevisionismus und Demokratiefeindlichkeit die rechtsextremistische Agitation.

Rassistisch begründet ist auch der vor allem von der „Neuen Rechten“ propagierte „Ethnopluralismus“. Dieser gibt vor, die Identität des eigenen Volkes durch die räumliche und kulturelle Trennung unterschiedlicher „Ethnien“ schützen zu wollen.

Quelle: Verfassungsschutzbericht Bayern 2024
Verfassungsfeindliche Ideologie

Widersprüche zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung

Der Rechtsextremismus vertritt eine menschenfeindliche Ideologie, die sich gegen den im Grundgesetz garantierten Schutz der Menschenwürde sowie gegen die mit dieser Würde eng verknüpften unveräußerlichen und unverletzlichen Menschenrechte richtet. Zudem widerspricht eine solche Ideologie der in unserer Verfassung garantierten Gleichheit aller Menschen vor dem Gesetz.

© BIGE

Quelle: Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration, April 2020, „Nein zu Nazis und Co.“

Kernelemente rechtsextremistischer Weltanschauung

Antisemitismus

Antisemitismus ist der Sammelbegriff für verschiedene Formen und Facetten von Judenfeindlichkeit. War Judenfeindlichkeit vor der Neuausrichtung gegen Ende des 19. Jahrhunderts meist religiös oder ökonomisch motiviert, gehört die Konstruktion einer vermeintlich jüdischen Rasse seither zum Kern des modernen Antisemitismus, der ein wesentlicher Bestandteil rechtsextremistischer Ideologien ist. Antisemitismus kann sich in vielen Formen äußern: in verklausulierter oder offener Hetze, in Drohbriefen, in tätlichen Angriffen auf die Träger religiöser Kleidungsstücke wie der Kippa, in Schändungen jüdischer Friedhöfe oder in Brandanschlägen. Antisemitismus ist inzwischen häufig auch im Gewand des Antizionismus anzutreffen. Die Feindschaft gegen den Staat Israel wird mit klassischen Stereotypen des rassistischen Antisemitismus verbunden: von der jüdischen Finanzmacht bis hin zur jüdischen Weltverschwörung.

Antipluralismus

Es wird von einem identitätsstiftenden und dem Wohl aller dienenden Volkswillen ausgegangen. Diesen umzusetzen, sei Aufgabe des Staates. Andere Meinungen werden als antideutsch oder gar „volkszersetzend“ eingestuft.

Autoritarismus

In einer Demokratie ist der Staat ein Instrument der Selbstorganisation der Gesellschaft, das Wechselbeziehungen zwischen Staat und Gesellschaft vorsieht. Im autoritären Staatsverständnis steht der Staat nach dem Prinzip von Befehl und Gehorsam in einem einseitig dominierenden Verhältnis über der Gesellschaft.

Rassismus und Fremdenfeindlichkeit

Die eigene Nation oder „Rasse“ wird zum zentralen Kriterium der Identität erhoben. Ihr wird ein höherwertiger Status zugeschrieben, was zwangsläufig die Abwertung und Geringschätzung von nicht zur eigenen Nation oder Rasse gehörenden Menschen und Gruppen zur Folge hat.

Revisionismus

Revisionismus bezeichnet Versuche, das allgemein anerkannte, fakten- und forschungsbasierte Bild über Ereignisse der deutschen Geschichte umzudeuten. In diesem Zusammenhang sind Rechtsextremisten bestrebt, die nationalsozialistische Gewaltherrschaft unter Herausstellung angeblich positiver Leistungen zu rechtfertigen, Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime zu diffamieren und die Verbrechen des Dritten Reiches zu verschweigen, zu verharmlosen oder sogar zu leugnen.

Völkischer Nationalismus

Ziel des völkischen Nationalismus ist die Schaffung eines möglichst kulturell und ethnisch homogenen Volkes, aus dem vermeintlich „undeutsche“ Fremdkörper auszuschließen sind. Auch eine autoritäre Staatsführung mit einem entsprechenden Führerkult kennzeichnet den völkischen Nationalismus.

Quelle: Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration, April 2020, „Nein zu Nazis und Co.“

Szene

Rechtsextremismus hat viele verschiedene Ausprägungen: Parteien kämpfen um Einfluss in Parlamenten, Publizisten versuchen rassistisches und nationalistisches Gedankengut intellektuell zu verpacken, rechtsextremistische Antisemiten diffamieren Menschen jüdischen Glaubens als Urheber aller Probleme oder Krisen und Neonazis bekennen sich offen zum Nationalsozialismus.

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Antisemitismus

Antisemitismus ist Feindschaft gegen Juden, weil sie Juden sind. Sie werden als eine kollektive Gruppe betrachtet und ihnen explizit, aufgrund ihrer jüdischen Herkunft, negative Eigenschaften zugeschrieben. Daraus entstehen judenfeindliche Ressentiments, die sich in verbalen Anfeindungen bis hin zu physischen Angriffen manifestieren können. Antisemitismus spielt als Ideologieelement im Rechtsextremismus eine zentrale Rolle.

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Beobachtung der AfD durch die Verfassungs­schutzbehörden

Seit 25. Februar 2021 stuft das Bundesamt für Verfassungssschutz die Partei Alternative für Deutschland (AfD) als Verdachtsfall im Phänomenbereich Rechtsextremismus ein.

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Zeichen und Symbole

Rechtsextremisten benutzen spezielle Symbole, Parolen und Fahnen um sich in der Szene zu erkennen zu geben und die eigene Gesinnung offensiv nach außen zu tragen. Dagegen dienen Zahlen- oder Buchstabencodes dazu, nicht auf den ersten Blick als rechtsextremistisch aufzufallen.

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Symbolträchtige Kalendertage

Kalender symbolträchtiger Daten

Teile der rechtsextremistischen Szene pflegen zu bestimmten symbolträchtigen Daten eine Erinnerungskultur, bei der auch jährlich wiederkehrend bestimmte Aktionen durchgeführt werden. Neonazistische Gruppen orientieren sich dabei stark an Personen und Ereignissen aus der NS-Zeit und nutzen sie als Aufhänger, um einseitige beziehungsweise revisionistische Geschichtsbilder zu vermitteln. Ebenso gibt es Frühlings- oder Sonnwendfeiern, die an vermeintlich jahrtausendealte bzw. heidnische Traditionen anknüpfen. Teilweise kommt es hier auch zu Überschneidungen der verschiedenen rechtsextremistischen Spektren.

Entsprechende Aktionen können auch am jeweiligen vorherigen oder nachfolgenden Wochenende durchgeführt werden; dies ist z. B. öfters der Fall, wenn ein symbolträchtiges Datum auf einen Wochentag fällt. Die Zusammenstellung hier erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, zumal Szene-Gepflogenheiten auch Wandlungen unterliegen. Die Daten werden von den verschiedenen Spektren der rechtsextremistischen Szene unterschiedlich genutzt. Darüber hinaus bedeutet die Nennung eines Datums hier nicht automatisch, dass an diesem auch regelmäßig öffentlichkeitswirksame Aktivitäten durch Rechtsextremisten in Bayern entfaltet werden oder in der Vergangenheit entfaltet wurden.

Quelle: BIGE

27.

Januar

Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus

Am 27. Januar 1945 befreiten Soldaten der Roten Armee das NS-Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Seit 1996 wird auf Initiative des damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog …

30.

Januar

Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler

Am 30. Januar 1933 wurde Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt, was seine Partei, die NSDAP, als „Machtübernahme“ bzw. „Machtergreifung“ wertete. Das Datum …

11.

Februar

„Tag der Ehre“ in Ungarn

Am 11. Februar 1945 versuchten Einheiten der Waffen-SS aus der durch die Rote Armee belagerten ungarischen Hauptstadt Budapest auszubrechen. An diese Schlacht …

13.

Februar

Gedenkveranstaltungen zur Bombardierung Dresdens

Zwischen dem 13. Februar und dem 15. Februar 1945 wurde Dresden durch alliierte Luftangriffe weitgehend zerstört. Rechtsextremisten veranstalten jedes Jahr einen Gedenkmarsch …

16.

März

„Heldengedenktag“

Das „Heldengedenken“ im März geht auf den Nationalsozialismus zurück. Die Nationalsozialisten interpretierten dabei den zuvor in der Weimarer Republik praktizierten Volkstrauertag um, …

20.

März

Frühlingsfeiern / „Ostarafest“

Jährlich um den 20. März markiert die Tagundnachtgleiche – das Datum, an dem Tag und Nacht etwa gleich lang sind – den …

20.

April

Geburtstag Adolf Hitlers

Am 20. April 1889 wurde der nationalsozialistische Diktator Adolf Hitler im österreichischen Braunau am Inn geboren. Rechtsextremisten, vor allem aus dem neonazistischen …

25.

April

Gedenkwache Reinhold Elstner

Der frühere Wehrmachtsangehörige Elstner verstarb Ende April 1995, kurz nachdem er sich auf den Stufen der Münchner Feldherrnhalle selbst angezündet hatte. Die …

1.

Mai

Tag der Arbeit

Der 1. Mai wurde in der Zeit des Nationalsozialismus zum gesetzlichen „Feiertag der nationalen Arbeit“ erklärt. Dadurch versuchte die NS-Führung, in der …

8.

Mai

Ende des Zweiten Weltkrieges in Europa

Am 8. Mai 1945 endeten die Kampfhandlungen des Zweiten Weltkrieges in Europa, nachdem am Vortag Vertreter der deutschen Streitkräfte eine bedingungslose Kapitulation …

8.

Mai

Charlemagne-Gedenken

Am 8. Mai 1945 wurden zwölf Angehörige der Waffen-SS-Division Charlemagne im Bad Reichenhaller Ortsteil Karlstein nach einem missglückten Fluchtversuch hingerichtet. Diese nach …

26.

Mai

Todestag von Albert Leo Schlageter

Albert Leo Schlageter war Soldat im Ersten Weltkrieg und in der Zeit der Weimarer Republik aktiv in Freikorps und NS-Kreisen. Während der …

21.

Juni

Sommersonnenwende

Im historischen Nationalsozialismus ließ man die angeblich altgermanischen Sonnenwendfeiern wiederaufleben. Sie wurden als offizielle Feiertage in die Symbolik von „Volk, Blut und …

13.

Juli

Szene-Kampagne „Schwarze Kreuze“

Im Rahmen eines selbstinszenierten „Volkstrauertages“ werden seit 2014 jährlich schwarze Holzkreuze durch Rechtsextremisten bundesweit und organisationsübergreifend rund um den 13. Juli im …

20.

Juli

Attentat auf Adolf Hitler

Am 20. Juli 1944 versuchte eine Gruppe aus dem deutschen Offizierskorps Adolf Hitler durch eine Bombe zu töten. Das Attentat sollte der …

17.

August

Todestag von Rudolf Heß

Der am 26. April 1894 geborene Rudolf Heß war ein Nationalsozialist der ersten Stunde und Vertrauter Adolf Hitlers. Ab April 1933 fungierte …

Zweiter Sonntag im September

„Heimatvertriebenen-Gedenken“

Im Jahr 2013 wurde der zweiten Sonntag im September zum Bayerischen Gedenktag für die Opfer von Flucht, Vertreibung und Deportation erklärt. Zum …

23.

September

Todestag von Ian Stuart Donaldson

Am 23. September 1993 verstarb der Brite Ian Stuart Donaldson bei einem Verkehrsunfall in London. Er war Sänger der rassistischen Rechtsrock-Band Skrewdriver …

Erster Sonntag im Oktober

Reichserntedankfest

Im Dritten Reich war der erste Sonntag im Oktober als „Erntedanktag“ ein nationaler Feier- und Gedenktag. Von 1933 bis 1937 gab es …

9.

November

„Gedenktag für die Gefallenen der Bewegung“

Im Krisenjahr 1923 der Weimarer Republik mit Hyperinflation und politischen Unruhen plante Adolf Hitler von München aus einen Putsch gegen die Reichsregierung …

9.

November

Reichspogromnacht

Der 9. November steht als Datum heute vor allem für die Reichspogromnacht. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 …

Vorletzter November-Sonntag vor dem ersten Advent

Volkstrauertag

Im historischen Nationalsozialismus ließ man die angeblich altgermanischen Sonnenwendfeiern wiederaufleben. Sie wurden als offizielle Feiertage in die Symbolik von „Volk, Blut und …

21.

Dezember

Wintersonnenwende / „Julfest“

Im historischen Nationalsozialismus ließ man die angeblich altgermanischen Sonnenwendfeiern wiederaufleben. Sie wurden als offizielle Feiertage in die Symbolik von „Volk, Blut und …
Rechtsextremismus in Bayern

Situation, Zahlen, Statistik

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Aktionsfelder

Rechtsextremistische Gruppierungen und Einzelpersonen betreiben ihre Agitation und Propaganda über die Instrumentalisierung verschiedener Themen sowie mittels unterschiedlicher Aktionsformen. Typische Aktionsfelder sind etwa Gewalt gegen Asylsuchende, Islamfeindlichkeit oder Kampfsportaktivitäten.

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Medien

Rechtsextremisten nutzen verschiedene Mittel und Kanäle, um ihre Agitation und Propaganda zu verbreiten.

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Situation vor Ort

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