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Linksextremismus in Bayern: Situation, Zahlen, Statistik

Die aktuelle Situation mit Blick auf Linksextremismus im Freistaat – besonders im Fokus, einschließlich spezifischer Zahlen und Statistiken: Das Personenpotenzial der linksextremistischen Szene und die Entwicklung der linksextremistischen bayerischen Autonomen.

Personenpotenzial

Das linksextremistische Personenpotenzial in Bayern belief sich Ende 2025 auf insgesamt rund 3.200 Personen (2024: 3.100). Darunter waren rund 900 gewaltorientierte Personen (2024: 920).

202320242025
Parteien und Vereinigungen
Partei DIE LINKE, offen extremistische Strukturen800700900
Deutsche Kommunistische Partei (DKP)250220200
Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands (mit Jugendorganisation REBELL)120110110
Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend (SDAJ)110110110
Rote Hilfe1.1501.2001.200
Sonstige Gruppierungen360140200
Autonome/Anarchisten800870820
Summe3.5903.3503.540
Mehrfachzählungen1330250340
Gesamtzahl3.2603.1003.200
Gewalt­orientierte Personen von der Gesamtzahl2880840920

Die Zahlen sind geschätzt und gerundet.
1 Die Mehrfachmitgliedschaften im Bereich Parteien und sonstige Zusammenschlüsse werden vom Gesamtpotenzial abgezogen.
2 Dazu zählen gewalttätige, gewaltbereite, Gewalt unterstützende und Gewalt befürwortende Personen.


Quelle: Verfassungsschutzbericht Bayern 2025

Straf- und Gewalttaten

Die Gesamtzahl linksextremistischer Straftaten in Bayern ist im Gegensatz zum Vorjahr in 2025 um rd. 136 % deutlich gestiegen. Während im Jahr 2024 insgesamt 272 Straftaten zu verzeichnen waren, wurden 2025 insgesamt 641 Straftaten gezählt. Nach wie vor stellen Sachbeschädigungen mit 372 Delikten den Großteil der Straftaten dar. Auch die Zahl der linksextremistischen Gewalttaten in Bayern stieg 2025 um 350 % auf 72 Delikte. Damit stellen die linksextremistischen Gewaltdelikte nun 51 % aller extremistischen Gewaltdelikte in Bayern dar.

Im Bereich der Widerstandsdelikte ist mit 35 Straftaten in Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr mit 3 Straftaten ein deutlicher Anstieg von 1.067 % festzustellen. Die Zahl der Brand und Sprengstoffdelikte sank mit 7 Delikten leicht im Vergleich zum Vorjahr (2024: 9). Wie in 2024 wurde die Mehrzahl dieser Delikte (6) im Großraum München begangen; in 2 Fällen handelte es sich um Angriffe auf die Infrastruktur.

Quelle: Verfassungsschutzbericht Bayern 2025

202320242025
Politisch motivierte Gewaltdelikte
Tötungsdelikte (auch Versuch)
Körperverletzungen18425
Brand- und Sprengstoffdelikte2197
Landfriedensbruch4
Raub11
Widerstandsdelikte8335
Gefährlicher Eingriff in Bahn-, Schiffs- und Luftverkehr1
Sonstige Gewalttaten
Gesamt491672
Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat/Terrorismus1
Sonstige Straftaten
Sachbeschädigungen249212372
Propragandadelikte51017
Nötigung/Bedrohung5416
Sonstige Straftaten691302164
Gesamt382256569
Straftaten insgesamt378272641

1 Darunter zwei Volksverhetzungsdelikte
2 Darunter drei Volksverhetzungsdelikte


Quelle: Verfassungsschutzbericht Bayern 2025

Podcast

Was wollen Linksextremisten?

„Abgehört“ – Der Podcast des Bayerischen Landesamtes für Verfassungsschutz.

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Autonome Szene in Bayern

In modernen, individualisierten Gesellschaften verlieren traditionelle gesellschaftliche Orientierungspunkte an Relevanz. Die Frage nach der Verortung der eigenen Identität gewinnt an Bedeutung und ist – auch aufgrund der Informationsflut in den sozialen Medien – gleichzeitig immer schwerer zu beantworten. Mit welchen Gruppen sich Menschen identifizieren und für welche Themen sie sich engagieren, unterliegt einem sich stets beschleunigenden Wechsel.

Davon ist auch die linksextremistische Szene betroffen, die sich schon immer durch Unübersichtlichkeit und Fragmentierung ausgezeichnet hat. Da die autonome Szene v. a. aus Heranwach senden und jungen Erwachsenen besteht, bei denen sich Orientierung und Lebensverhältnisse auch kurzfristig stark verändern können, etablieren sich szeneintern nur selten langfristig stabile Gruppenstrukturen.

Der Fortbestand der wenigen etablierten Gruppierungen der autonomen Szene sowie deren Aktivitätsniveau hängt von Kerngruppen oder Einzelpersonen ab. Zugleich erleichtern es die sozialen Medien, Menschen mit gesellschaftspolitischen Themen anzusprechen bzw. zu mobilisieren. Dabei setzt die Szene oft auf das Format der „Offenen Antifaschistischen Treffen“ (OAT), die interessierten Personen einen niedrigschwelligen Erstkontakt ermöglichen sollen. Durch die OAT kann dann ein Zugang zu Gruppen mit entsprechenden Themenfeldern vermittelt werden, die mit den persönlichen Neigungen und Interessen korrespondieren.

Die derzeit existierenden linksextremistischen Gruppen bilden daher zu einer Vielzahl von Themen (z. B. Antifaschismus, Klima, Feminismus, Antimilitarismus) Untergruppierungen, die sich in den sozialen Medien präsentieren und für ihre jeweiligen Anliegen werben. Vordergründig handelt es sich dabei um unabhängig voneinander agierende Gruppen, die aber im Hintergrund von einem kleinen linksextremistischen Aktivistenstamm- bzw. entsprechenden Kerngruppen angeleitet werden. Aktuell zeichnet sich die linksextremistische autonome Szene durch folgende Aspekte aus:

  • unverbindliche Strukturen mit niedrigschwelligen Angeboten
  • geringer ideologischer Anspruch
  • Fokussierung auf spezifische Themenfelder
  • kurzfristige Bildung neuer Gruppen
  • kleinteilige Gruppen mit häufig wechselnden Personen
  • informelle Hierarchien gepaart mit der Möglichkeit für neue Interessierte, sich schnell einzubringen
  • Aktions- und Erlebnisorientierung
  • starke Präsenz in den sozialen Medien
  • Vernetzung mit anderen gleichgesinnten Gruppen

Durch diese Entwicklung haben autonome Szenetreffs, sog. „autonome Zentren“, an Bedeutung gewonnen. Sie stellen Linksextremisten Räume zur Verfügung, um mit Gleichgesinnten zusammenzukommen und in den direkten Austausch mit interessierten Personen treten zu können. Demgegenüber können unerwünschte Personen bzw. Gruppierungen schnell ausgeschlossen werden. Diese Trefförtlichkeiten von Autonomen werden häufig auch von anderen, nichtextremistischen Gruppen genutzt (Mischnutzung).

Quelle: Verfassungsschutzbericht Bayern 2025

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