Linksextremistische Zeichen und Symbole
Linksextremisten benutzen spezielle Symbole, Fahnen sowie Buchstaben- und Zahlencodes um sich in ihrer Szene zu erkennen zu geben und die eigene Gesinnung nach außen zu tragen.

Erkennen, Entschlüsseln, Verstehen
Die folgende Zusammenstellung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und Rechtsverbindlichkeit. Die Verwendung von Zeichen und Symbolen in der linksextremistischen Szene entwickelt sich fortlaufend weiter. Nicht alle der hier zusammengestellten Symbole sind von Linksextremisten kreiert worden, manche wurden aus anderen Zusammenhängen wie der historischen Arbeiterbewegung übernommen. Sie können auch in nicht extremistischen Kontexten Verwendung finden. Ebenso können sie von politisch nicht engagierten Personen aus Provokation oder in Unkenntnis des Hintergrunds verwendet werden.
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Hammer und Sichel
Die gekreuzt dargestellten Werkzeuge Hammer und Sichel sind ein klassisches Symbol des Kommunismus. Sie sollen das angebliche Bündnis der Arbeiter und Bauern in der „Diktatur des Proletariats“ abbilden.

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Geballte Faust
Die geballte Faust gilt als Zeichen der Kampfbereitschaft. Sie findet vielfach Verwendung in Motiven der linksextremistischen Szene, z. B. auf Plakaten, Kleidungsstücken oder Flyern. Außerdem wird sie als Gruß oder auf Demonstrationen genutzt. Deutsche Kommunisten machten in den 1930er Jahren die Geste einer hochgereckten, geballten Faust in ihrer Bewegung populär als Antwort auf den Gruß der Faschisten, den erhobenen rechten Arm mit gestreckter Hand.

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Fünfzackiger Stern
Ein fünfzackiger Stern in roter Farbe ist seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts ein Symbol des Kommunismus.
Ein fünfzackiger Stern in schwarzer Farbe wird von Anarchisten verwendet.

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Anarchie-Zeichen
Der Buchstabe A in einem Kreis steht für Anarchie, die Forderung absoluter individueller Freiheit ohne institutionelle Ordnung.
Das Symbol entstand als Erkennungszeichen für Anarchisten im Spanischen Bürgerkrieg der 1930er Jahre.

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Schwarze Katze
Eine schwarze Katze in kampfbereiter Pose ist ein anarchistisches Symbol. Es wurde Anfang des 20. Jahrhunderts durch einen Arbeiterführer in den USA populär gemacht. Es spielt an auf den weitverbreiteten Aberglauben, dass eine schwarze Katze Unglück bringe. Die Arbeiter sollten mit der Symbolik ihre Vorgesetzte und die Firmenbesitzer einschüchtern.
Eine Szene-Kneipe von Linksextremisten im Nürnberger Stadtteil Gostenhof heißt „Schwarze Katze“.

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Symbole gegen Rechtsextremismus
Symbole gegen Rechtsextremismus sind vielfältig und nicht per se linksextremistisch. Bei ihrer Bewertung ist zu unterscheiden, ob hauptsächlich eine Ablehnung von Rechtsextremismus zum Ausdruck gebracht werden soll oder gewalttätiges Vorgehen gegen tatsächliche oder vermeintliche Rechtsextremisten vertreten wird.

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Antifa-Symbol
Linksextremisten, die sich im Aktionsfeld Antifaschismus (im Szene-Jargon kurz: Antifa) betätigen, nutzen häufig das Symbol zweier wehender Fahnen in einem Kreis mit schwarz-roter Farbgebung.
Darin spiegelt sich der strömungsübergreifende Charakter des Aktionsfelds Antifaschismus im Linksextremismus: Die rote Fahne steht für den Kommunismus, die schwarze Fahne für den Anarchismus.
Das Symbol geht zurück auf das Emblem der „Antifaschistischen Aktion“ der Kommunistischen Partei Deutschlands aus den 1930er Jahren.
Antifaschismus ist nicht generell linksextremistisch. Es kommt vielmehr darauf an, was die jeweiligen Antifaschisten konkret unter Faschismus verstehen und welche Forderungen sich aus ihrem Selbstverständnis als Antifaschisten ergeben. Die zentrale Frage dabei lautet: Richtet sich die Ablehnung gegen Rechtsextremismus oder darüber hinaus auch in extremistischer Form gegen die bestehende Staats- und Gesellschaftsordnung?

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Hausbesetzer-Symbol
Der Buchstabe N in einem Kreis, zu einem Pfeil auslaufend, ist ein Symbol für Hausbesetzungen. Dabei ziehen Aktivisten widerrechtlich in ein leerstehendes Gebäude, um es sich anzueignen, was mit politischen Motiven gerechtfertigt wird.
Das Symbol entstand unter Hausbesetzern in Amsterdam in den 1970er Jahren. Der Buchstabe N steht für das Niederländische „neemt“; im Deutschen „eingenommen“ bzw. „besetzt“.

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Logo der Roten Hilfe
Die Rote Hilfe ist eine bundesweite Organisation mit über 10.000 Mitgliedern, die linksextremistische Straf- und Gewalttäter juristisch, finanziell und politisch unterstützt. Ihr Logo zeigt zwei Personen, die sich unterhaken und die geballte Faust zeigen.

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Rote Fahne
Rot gilt allgemein als Signal- und Alarmfarbe. Besonders seit der Französischen Revolution steht Rot für revolutionäre, linke Bewegungen und wurde im 19. Jahrhundert zur Farbe der Arbeiterbewegung und der Kommunisten.

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Schwarze Fahne
Die Farbe Schwarz bildet einen starken Kontrast zu anderen Farben. Sie steht u. a. für Abgrenzung, Negation und Furcht wie auch für Stärke und Macht. In früheren Zeiten nutzen hauptsächlich der Adel und reichere Gesellschaftsteile bunte, farbige Stoffe, da diese teuer waren. Ärmere verwendeten dunkle, ungefärbte Stoffe. Wahrscheinlich vor diesem Hintergrund wurde Schwarz im 19. Jahrhundert zur klassischen Farbe der Anarchisten. Sie wollten sich damit von den farbenprächtigen Wappen der Adligen und den vielfarbigen Nationalfahnen abgrenzen.

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Rot-Schwarz-Diagonal-Fahne
Diagonal geteilte, rot-schwarze Fahnen verwenden Anhänger der Strömung des Anarchosyndikalismus im Linksextremismus. Sie setzen auf den Klassenkampf in Betrieben durch in Gewerkschaften organisierte Arbeiter ohne Hilfe einer revolutionären Partei.

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ACAB
Abkürzung der Parole „All cops are bastards“. Sie wird sowohl in der linksextremistischen Szene als auch in rechtsextremistischen und nicht-extremistischen Subkulturen verwendet.

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Die Ziffern stehen für die Positionen im Alphabet der Buchstaben ACAB (Abkürzung der Parole „All cops are bastards“).

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Die Ziffern stehen für die Positionen im Alphabet der Buchstaben AFA (Abkürzung für „Antifaschistische Aktion“).

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129(a)
Paragraph 129a StGB stellt die Bildung terroristischer Vereinigungen unter Strafe.
Jegliche Form rechtsstaatlichen Handelns, wie z. B. die Durchsetzung geltender Gesetze durch die Polizei, ist für Linksextremisten „Repression“. Antirepression, also der Kampf gegen vermeintliche Unterdrückung, ist ein wichtiges Aktionsfeld von Linksextremisten.
Mit Solidaritätskampagnen versuchen sie, eine breitere Öffentlichkeit in ihrem Sinne gegen rechtsstaatliches Handeln zu beeinflussen – z. B. gegen die Strafverfolgung von Szene-Aktivisten nach Paragraph 129a StGB.
Kalender symbolträchtiger Daten
Linksextremisten mobilisieren stark mit Blick auf gerade aktuelle gesellschaftliche und politische Anlässe. Dennoch gibt es im Linksextremismus – ähnlich wie im Rechtsextremismus – verschiedene symbolträchtige Daten, die regelmäßig mit Aktionen begangen werden, sowie weitere jährlich wiederkehrende Szene-Termine. Einige haben ihren Ursprung in der historischen sozialistischen Arbeiterbewegung, sodass sie nicht per se als Wahrzeichen des politischen Extremismus gelten können; mitunter werden sie aber von heutigen Linksextremisten mit eigenen Inhalten umgewidmet. Andere werden regelmäßig auch durch bürgerlich-demokratische Kräfte begangen. Hier bietet sich für Linksextremisten die Möglichkeit, öffentlichkeitswirksam im Schulterschluss mit nichtextremistischen Gruppen aufzutreten.
Entsprechende Aktionen können auch am jeweilig vorherigen oder nachfolgenden Wochenende durchgeführt werden. Dies ist z. B. öfters der Fall, wenn ein symbolträchtiges Datum auf einen Wochentag fällt. Die Zusammenstellung hier erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, zumal Szene-Gepflogenheiten auch Wandlungen unterliegen und Daten von unterschiedlichen linksextremistischen Gruppen verschieden genutzt werden. Darüber hinaus bedeutet die Nennung eines Datums hier nicht automatisch, dass an diesem auch regelmäßig öffentlichkeitswirksame Aktivitäten in Bayern entfaltet werden.
Quelle: BIGE





