Landkarte Bayern mit Stecknadeln
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Linksextremismus: Situation in Bayern

Die linksextremistische Szene umfasst in Bayern 3.500 Personen. Dieses Personenpotenzial lässt sich grundsätzlich in einen nicht gewaltorientierten und einen gewaltorientierten Bereich unterteilen:

Zum nicht gewaltorientierten Bereich zählen in Bayern vor allem linksextremistische Parteien und Organisationen, wie u. a. die Deutsche Kommunistische Partei (DKP), die Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands (MLPD), sowie offen extremistische Strömungen in der Partei DIE LINKE und der Verein Rote Hilfe (RH). Diese Gruppierungen versuchen, durch politische Einflussnahmen, z. B. bei Wahlen, die Staats- und Gesellschaftsordnung nach ihren Vorstellungen umzugestalten.

In Bayern gibt es des weiteren 730 gewaltorientierte Linksextremisten. Bei einem Großteil handelt es sich um Personen aus der autonomen Szene.

Gewaltorientierte Linksextremisten setzen Gewalt sowohl als Mittel der politischen Auseinandersetzung und der Durchsetzung ihrer Ziele, als auch Ausdruck ihrer generellen Ablehnung der Staats- und Gesellschaftsordnung ein. Darüber hinaus wirkt die gemeinsame Gewalterfahrung und -ausübung in der Szene als Sinn- und Zusammenhalt stiftend.

Autonome sind überwiegend für die sog. Massenmilitanz, d. h. koordinierten gewalttätigen Ausschreitungen bei Demonstrationen wie z. B. der Münchner Sicherheitskonferenz oder politischen Großveranstaltungen wie dem G20-Gipfel im Juli 2017 in Hamburg, verantwortlich. Diese Massenmilitanz richtet sich häufig gegen Polizeibeamte, die als Repräsentanten des „Systems“ diffamiert und angegriffen werden. 

Im Jahr 2018 stieg die Gesamtzahl der linksextremistischen Straftaten auf 752 an, der Schwerpunkt liegt bei Sachbeschädigungen mit Schäden von mehreren hunderttausend Euro. Die Straftaten richteten sich auch gegen einzelne Beamte in deren privatem Umfeld.

Örtlich finden sich Autonome und andere linksextremistische Gruppierungen vor allem in den Ballungsräumen München und Nürnberg. Aber auch in Städten wie Ingolstadt, Rosenheim, Regensburg oder Aschaffenburg sind linksextremistische Gruppierungen aktiv.