PEGIDA Nürnberg/PEGIDA Mittelfranken

PEGIDA Nürnberg entstand Ende Februar 2015 als Gegenreaktion auf die vorwiegend von Rechtsextremisten besuchten Kundgebungen der Gruppe NüGIDA. Seit dem entfaltet PEGIDA Nürnberg Aktivitäten im Raum Nürnberg. Unter der Bezeichnung PEGIDA Mittelfranken führt PEGIDA Nürnberg auch in Fürth Veranstaltungen durch und versucht damit, über die Stadtgrenzen von Nürnberg hinaus in der Metropolregion Präsenz zu zeigen.

PEGIDA Nürnberg/PEGIDA Mittelfranken veranstaltet aktuell etwa einmal pro Monat sich fortbewegende Kundgebungen in Nürnberg oder Fürth. An den Kundgebungen im Jahr 2018 in Nürnberg nahmen zwischen 40 und 110 Personen teil, in Fürth beteiligten sich zwischen 30 und 50 Personen.

Die Verantwortlichen versuchen sich von Rechtsextremisten abzugrenzen, die Teilnahme von Rechtsextremisten an Veranstaltungen wird nicht gewünscht. Die Gruppierung sieht sich selbst als Ableger des „Originals“ PEGIDA aus Dresden, welches kein Beobachtungsobjekt des Verfassungsschutzes ist.

Der Aktivisten-Stamm von PEGIDA Nürnberg/PEGIDA Mittelfranken ist nahezu deckungsgleich mit den Akteuren aus dem Personenkreis um Michael Stürzenberger und des Bayerischen Landesverbandes der Bürgerbewegung PAX EUROPA. Der Versammlungsleiter, Gernot Tegetmeyer, war bis zu seinem Parteiaustritt in der zweiten Jahreshälfte 2015 stellvertretender Landesvorsitzender des damaligen bayerischen Landesverbands der Partei DIE FREIHEIT, der verfassungsschutzrelevante islamfeindliche Bestrebungen verfolgte. Der ehemalige Bundesvorsitzende der zum Jahresende 2016 aufgelösten Partei DIE FREIHEIT, Michael Stürzenberger, hält regelmäßig islamfeindliche Reden bei Kundgebungen von PEGIDA Nürnberg/PEGIDA Mittelfranken, in denen er die Religion des Islam in ihrer Gesamtheit als faschistisch darstellt.

Am 11. März 2018 sagte Michael Stürzenberger während der Versammlung zum dreijährigen Jubiläum von PEGIDA Nürnberg:

„Der Islam ist ein Krebsgeschwür, das die noch freien Völker dieses Planeten mit dem Gift dieser frauenfeindlichen, intoleranten, gewaltbereiten und tötungswollenden Ideologie infiziert. Und damit muss Schluss sein. Und da fangen wir in Deutschland an, machen mit Europa weiter, dann geht’s nach Afrika, nach Asien. Überall, wo die Völker tyrannisiert werden. Die Christen, die Monisten, die Juden, alle Atheisten. Der Islam muss von diesem Planeten verschwinden, wenn er sich nicht von seinen gewalttätigen Bestandteilen befreit. Dafür kämpfen wir, dafür stehen wir und wir werden nicht aufhören, bis wir es geschafft haben, Freunde.“

Es ist weiterhin davon auszugehen, dass sich die Teilnehmerzahlen der PEGIDA Nürnberg/PEGIDA Mittelfranken-Veranstaltungen in Nürnberg bzw. Fürth auf dem aktuell niedrigen Stand einpendeln werden. Eine größere Teilnehmerzahl ist nur punktuell anlässlich aktueller, polarisierender Ereignisse zu erwarten, wie z. B. bei einem islamistischen Terroranschlag. Die geringen Teilnehmerzahlen und regelmäßigen Gegenveranstaltungen in Nürnberg und Fürth erklären sich die Aktivisten von PEGIDA Nürnberg/PEGIDA Mittelfranken teilweise damit, dass sie mit ihren Thesen wenig Anklang in der urbanen Bevölkerung finden. Dennoch werden die Aktivisten Tegetmeyer und Stürzenberger die Plattform PEGIDA Nürnberg/PEGIDA Mittelfranken weiterhin zur Darstellung ihrer extremistischen Ansichten nutzen. Neben den Auftritten bei den regelmäßigen Veranstaltungen von PEGIDA Nürnberg/PEGIDA Mittelfranken sind sie auch in den Sozialen Medien, wie z. B. Facebook, Twitter und Youtube, aktiv vertreten.